Aufbereitung von Retouren - was wird gemacht?
LSM ITRetouren gehören im E-Commerce zum Tagesgeschäft – und sind gleichzeitig ein relevanter Kosten- und Qualitätsfaktor. Eine professionelle Retourenaufbereitung entscheidet darüber, ob Artikel schnell wieder verkaufsfähig werden, ob Reklamationen sinken und wie hoch der Wertverlust pro Rücksendung ausfällt. Als Fulfillment- und Kontraktlogistik-Dienstleister unterstützt die LSM Fulfillment GmbH Unternehmen dabei, Rückläufer strukturiert zu prüfen, zu klassifizieren und effizient in den Warenbestand zurückzuführen.
Warum ist Retourenaufbereitung so wichtig?
Ungeprüfte oder verspätet bearbeitete Retouren führen häufig zu:
• gebundenem Kapital (Ware liegt im Retourenlager statt im Verkauf)
• höherem Schwund durch unklare Zustände, fehlende Teile oder Beschädigungen
• sinkender Kundenzufriedenheit bei Austausch- oder Wiederverkaufsprozessen
• steigenden Prozesskosten durch manuelle Nacharbeit und Sonderfälle
Ein sauber definierter Prozess schafft Transparenz, erhöht die Wiederverkaufsquote und liefert belastbare Daten für Sortiments- und Qualitätsentscheidungen.
Typische Schritte in der Retourenaufbereitung
Die konkrete Ausgestaltung hängt von Produktkategorie, Retourenprofil, Vermarktungsstrategie und Marktplatzanforderungen ab. In der Praxis hat sich ein modularer Ablauf bewährt.
1) Wareneingang der Retoure & Identifikation
Nach Eingang der Rücksendung erfolgt die Erfassung und Zuordnung (z. B. zu Bestellung, Artikelnummer, Charge/Seriennummer). Ziel ist eine eindeutige Identifikation als Basis für alle weiteren Schritte – inklusive Reporting und Bestandskorrekturen.
2) Qualitätscheck: Sichtprüfung auf Mängel und Schönheitsfehler
Im Qualitätscheck wird der Zustand des Artikels bewertet. Dazu zählen typischerweise:
• Prüfung auf Mängel (z. B. Bruch, Risse, Defekte)
• Bewertung von Schönheitsfehlern (z. B. Kratzer, Dellen, Verfärbungen)
• Kontrolle der Vollständigkeit (Zubehör, Anleitungen, Ersatzteile, Set-Bestandteile)
• Prüfung auf Gebrauchsspuren (z. B. Abrieb, Verschmutzung, Montagespuren)
3) Funktionscheck (produktabhängig)
Bei technischen Produkten oder Artikeln mit sicherheitsrelevanten Eigenschaften kann ein Funktionscheck erforderlich sein. Je nach Produkt werden definierte Tests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit zu bestätigen (z. B. Inbetriebnahme, Schalter-/Anzeigeprüfung, Ladefunktion, mechanische Beweglichkeit). Der Umfang wird im Prozessdesign festgelegt, um Effizienz und Prüftiefe in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen.
4) Klassifizierung in A-, B- und C-Ware
Auf Basis von Qualitäts- und Funktionsprüfung erfolgt die Klassifizierung. Eine gängige Einteilung ist:
A-Ware: neuwertig/verkaufsfähig, ggf. nur Verpackung betroffen
B-Ware: leichte Gebrauchsspuren oder optische Abweichungen, Funktion in Ordnung
C-Ware: deutliche Mängel, unvollständig oder eingeschränkt nutzbar; häufig für Ersatzteilverwertung, Sondervermarktung oder Entsorgung
Wichtig: Die Kriterien sollten transparent definiert und je Kategorie dokumentiert sein – insbesondere bei Marktplatz- und Qualitätsvorgaben.
5) Kleinere Reparaturen und Nacharbeit
Je nach Artikel kann eine Retoure durch kleinere Reparaturen oder Nacharbeit wieder in einen verkaufsfähigen Zustand überführt werden, z. B. Austausch kleiner Bauteile, Nachziehen von Schrauben, Ergänzen fehlender Komponenten (wenn verfügbar) oder Wiederherstellen der Set-Vollständigkeit.
6) Reinigung und Säuberung
Viele Retouren sind technisch in Ordnung, aber nicht direkt wieder verkaufsfähig. Eine Reinigung/Säuberung (z. B. Entfernen von Staub, Fingerabdrücken, Etikettenresten oder Verschmutzungen) verbessert die Wiedervermarktung, senkt Reklamationen und unterstützt eine konsistente Qualitätswahrnehmung.
7) Neuverpackung und Etikettierung
Im letzten Schritt wird der Artikel für den Verkauf oder die Weiterverarbeitung vorbereitet. Dazu gehören:
• Neuverpackung (Originalverpackung, neutrale Verpackung oder B-Ware-Verpackung)
• Beilegen von Anleitungen/Zubehör
• Etikettierung (z. B. Artikelzustand, SKU, Seriennummer, MHD/Charge)
• Dokumentation und Rückführung in den Bestand
Ergebnisse: Was bringt eine professionelle Retourenaufbereitung?
Ein sauber aufgesetzter Retourenprozess liefert messbare Vorteile:
• höhere Wiederverkaufsquote durch schnelle Rückführung in A-/B-Ware
• geringere Prozesskosten dank standardisierter Prüfschritte
• bessere Datenbasis zur Ursachenanalyse (Produktqualität, Verpackung, Picking-Fehler)
• mehr Kundenzufriedenheit durch konsistente Qualität bei Austausch- und Wiederverkauf
Retourenaufbereitung mit LSM Fulfillment
LSM Fulfillment unterstützt Sie beim Aufbau oder Outsourcing der Retourenprozesse – von der operativen Bearbeitung über definierte Prüflogiken bis zur strukturierten Klassifizierung und Neuverpackung. Je nach Bedarf integrieren wir die Retourenaufbereitung in Ihr bestehendes Fulfillment-Setup oder setzen einen eigenständigen Workflow auf.
Mehr zu unseren Leistungen finden Sie hier: E-Commerce Fulfillment, Kontraktlogistik und Co-Packing.
FAQ: Häufige Fragen zur Retourenaufbereitung
Wie schnell sollten Retouren bearbeitet werden?
Je schneller die Retoure geprüft und klassifiziert wird, desto geringer ist Kapitalbindung und Wertverlust. Sinnvoll sind klar definierte SLAs, die zu Ihrem Geschäftsmodell passen.
Was ist der Unterschied zwischen Qualitätscheck und Funktionscheck?
Der Qualitätscheck ist überwiegend eine Sicht- und Vollständigkeitsprüfung. Der Funktionscheck bestätigt darüber hinaus, ob der Artikel technisch einwandfrei arbeitet.
Muss jede Retoure neu verpackt werden?
Nicht zwingend. Wenn Originalverpackung und Zustand einwandfrei sind, kann eine Wiedereinlagerung ohne Neuverpackung möglich sein. Häufig ist eine Neuverpackung jedoch sinnvoll, um Verkaufskanäle und Qualitätsanforderungen zu erfüllen.